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Notfallwiederherstellung

Backup ist das Fundament Ihres Wiederherstellungsplans
RPO · RTO · Aufbewahrung · Getestete Wiederherstellung

Ein Notfallwiederherstellungsplan bedeutet, im Voraus zu entscheiden, wie viele Daten Sie verlieren dürfen und wie schnell Sie zurück sein müssen. Diese beiden Zahlen — RPO und RTO — ergeben sich direkt aus Ihrem Backup-Design. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie sie festlegen und wo Backup im Plan steht.

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Grundbegriffe

Was sind RPO und RTO?

Ohne diese beiden Zahlen können Sie keine sinnvolle Backup-Häufigkeit wählen.

RPO — akzeptierter Datenverlust

„Wie viele Stunden Daten darf ich höchstens verlieren?" Das bestimmt direkt Ihre Backup-Häufigkeit. Stündliche Backups bedeuten ein RPO von einer Stunde.

RTO — Zeit bis zur Wiederherstellung

„Wie schnell muss das System wieder laufen?" Das bestimmt Ihre Wiederherstellungsgeschwindigkeit und Vorbereitung.

🗓

Aufbewahrung

Wie weit müssen Sie zurückgehen können? Wie spät Sie ein Problem bemerken könnten, entscheidet das.

🧪

Testfrequenz

Wie oft wird der Plan geprobt? Ein ungetesteter Plan ist ein Wunsch, kein Plan.

In der Praxis

Backup-Häufigkeit nach RPO-Ziel

Diese Zuordnung ist für die meisten Unternehmen ein praktischer Ausgangspunkt.

📄

Imagewebsite

Inhalte ändern sich selten; wöchentlich oder täglich reicht, das RPO darf einige Tage betragen.

📰

Blog / Nachrichten

Täglich ist sinnvoll — Sie verlieren höchstens einen Tag Inhalt.

🛒

E-Commerce

Täglich wird schnell teuer. Stündlich senkt das RPO auf eine Stunde.

🏪

Umsatzstarker Shop

Häufiger als stündlich kann angebracht sein, abhängig vom Bestellvolumen.

🗄

Nach Komponenten trennen

Dateien ändern sich selten, Datenbanken ständig. Getrennte Häufigkeiten schützen mehr und kosten weniger.

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Checkliste

Steht das alles schriftlich fest?

In einer Krise brauchen Sie ein Dokument zum Lesen, keine Erinnerung.

1️⃣

Kritische Systeme

Welche Systeme kommen zuerst zurück? Ist die Reihenfolge schriftlich festgehalten?

2️⃣

RPO-/RTO-Ziele

Ist je System ein akzeptierter Verlust und eine Wiederherstellungszeit definiert?

3️⃣

Backup-Standort

Wo liegen die Backups? Wer hat Zugriff? Wo liegt der Verschlüsselungsschlüssel?

4️⃣

Wiederherstellungsschritte

Sind die Schritte dokumentiert oder nur in einem Kopf?

5️⃣

Kommunikation

Wer informiert wen und wann? Wer verantwortet die Kundeninformation?

6️⃣

Testplan

Wann wurde der Plan zuletzt geprobt? Wurden die Ergebnisse festgehalten?

Backup ist das Fundament des Plans — aber nicht der Plan

Ohne Backup ist keine Wiederherstellung möglich, doch eines zu haben genügt allein nicht. Die meiste in einer Krise verlorene Zeit geht nicht auf „gab es ein Backup?", sondern auf „wer spielt es woher und wie zurück?"

Bereiten Sie daher neben den Backups drei Dinge vor: dokumentierte Wiederherstellungsschritte, vorab definierte berechtigte Personen und Ihren Verschlüsselungsschlüssel unabhängig vom Server gespeichert. Lag der Schlüssel nur auf dem verlorenen Server, ist Ihr verschlüsseltes Backup mit ihm verloren.

Häufige Fragen

Notfallwiederherstellungsplan — Häufige Fragen

RPO (Recovery Point Objective) ist der maximal akzeptierte Datenverlust — die Antwort auf „wie viele Stunden Daten darf ich höchstens verlieren?" — und bestimmt direkt Ihre Backup-Häufigkeit. RTO (Recovery Time Objective) ist, wie schnell das System wieder laufen muss. Eine stündlich gesicherte Website hat ein RPO von einer Stunde, eine täglich gesicherte eines von 24 Stunden.
Rechnen Sie von Ihrem RPO-Ziel rückwärts. Können Sie einen Tag Bestellungen nicht verlieren, reichen tägliche Backups nicht. Eine praktische Zuordnung: wöchentlich oder täglich für Imagewebsites, täglich für Blogs und Nachrichtenseiten, stündlich für E-Commerce und häufiger als stündlich für umsatzstarke Shops. Da sich Dateien selten und Datenbanken ständig ändern, schützt eine höhere Häufigkeit für die Datenbank mehr und kostet weniger.
Entscheidend ist, wie spät Sie ein Problem bemerken könnten. Stille Beschädigungen und unentdeckte Eindringlinge zeigen sich oft erst Wochen später; ist Ihre Aufbewahrung kurz, enthalten alle vorhandenen Backups das Problem bereits. Verarbeiten Sie personenbezogene Daten, sollten Sie zusätzlich eine Grenze setzen: Das Datenschutzrecht verlangt in der Regel, Daten nicht länger als für den Zweck erforderlich aufzubewahren.
Mindestens: welche Systeme kritisch sind und in welcher Reihenfolge sie wiederhergestellt werden, RPO- und RTO-Ziele je System, wo Backups liegen und wer Zugriff hat, dokumentierte Wiederherstellungsschritte, wer wann informiert wird und wie oft der Plan getestet wird. Ein ungetesteter Plan ist eher ein Wunsch als ein Plan.
Nein. Geschäftskontinuität ist der breitere Rahmen dafür, wie das Geschäft während eines Vorfalls weiterläuft, während sich Notfallwiederherstellung darauf konzentriert, technische Systeme zurückzubringen. Backup ist das Fundament der Notfallwiederherstellung, aber für sich genommen kein Plan.

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